Public netcasting beta
Thursday, June 19th, 2008Das Beta-Prinzip ist ja seit einigen Jahren überall, und schon fast gehört es zum guten Ton, das Beta im Namen zu führen. Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat sich das in Deutschland allerdings noch nicht niedergeschlagen. Hier sind die Lösungen meist nicht nur konservativ-prioritär, sondern es wird jahrelang hinter geschlossenen Türen getüftelt, und ehe nicht alles rechtlich hundertprozentig abgeklopft und auch noch gegen die PR-Maschine der Verleger- und Provider-Verbände abgedichtet ist, kriegt das Publikum gar nichts zu sehen.
Das ist irgendwie schade. Warum nicht die Öffentlichkeit an den internen Überlegungen teilhaben lassen, warum nicht erstmal die Entwicklungen verfolgen und probieren und gleichzeitig die Gebührenzahler_innen darauf antworten lassen? So macht es beispielsweise NRKbeta, eine Versuchsplattform des norwegischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks NRK. Hier wird über grundsätzliche Entwicklungen des Internets und die Zusammenhänge mit anderen Medien geschrieben, aber auch selbst entwickelte Überlegungen und Lösungen beschrieben. Und das alles geschieht unter dieser Maxime:
The only way to control your content is to be the best provider of it.
Und neben anderen Versuchen, werden bestimmte Sendungen auch über das Peer-to-Peer-Protokoll Bittorrent verbreitet. Dafür mussten bestimmte rechtliche Vorraussetzungen geschaffen werden, aber die NRKbeta-Macher bezeichnen die Bereitstellung von Inhalten per Bittorrent als einen großen Erfolg.
Some weeks ago NRK - Norwegian Broadcasting put up one of the most popular shows in Norway on bittorrent. For free, with no DRM, no country restrictions. It has been a huge success and so far about 100 000 episodes have been downloaded by our readers! After being featured on boingboing and digg, Eirik Solheim of NRK was interviewed by the German website Tagesschau. (Quelle)
Wäre zu wünschen, dass trotz der neuesten Entwicklungen die öffentlich-rechtlichen Sender den Mut finden, ihre Politik der hinter verschlossenen Türen entwickelten proprietären Lösungen zu beenden, und den Gebührenzahlern mit sinnvollen Mitteln das zur Verfügung stellen, was teuer produziert wurde.